Steuern auf den Gewinn
In den Niederlanden zahlt eine BV (die niederländische Variante der GmbH) 19% Körperschaftsteuer auf Gewinn bis 200.000 Euro und 25,8% darüber. In Deutschland kommen auf die GmbH (die deutsche Kapitalgesellschaft) Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zusammen, wobei die Gewerbesteuer je Gemeinde schwankt und in Berlin am oberen Rand liegt.
Bei der Ausschüttung liegen beide Länder näher beieinander: Box 2 (die Steuer auf Einkünfte aus Anteilen an der eigenen Gesellschaft) mit 24,5% bis 68.843 Euro pro Person und 31% darüber, gegenüber der deutschen Abgeltungsteuer samt Zuschlag.
Was die Niederlande zusätzlich bieten
- Ein Darlehen von bis zu 500.000 Euro aus der eigenen Gesellschaft, steuerlich unbelastet.
- Die Beteiligungsfreistellung, die Gewinne innerhalb der Holdingstruktur unbelastet nach oben bewegt.
- Die Expat-Regelung für Zuziehende aus mehr als 150 Kilometer Entfernung.
- Ein sehr breites Netz an Steuerabkommen, wichtig bei Lizenz- und Werbeeinnahmen aus dem Ausland.
Leben und Kosten
Berlin gewinnt bei der Miete deutlich und bietet mehr Raum fürs Geld. Amsterdam gewinnt bei kurzen Wegen, beim Fahrrad als Hauptverkehrsmittel und bei der Selbstverständlichkeit, mit der Englisch im Alltag funktioniert — praktisch, solange Niederländisch noch wächst. Die Monatsrechnung steht in Lebenshaltungskosten.
Der Preis des Wechsels
Ein Umzug aus Deutschland löst bei Anteilen ab 1% die Wegzugsbesteuerung aus. Wer früh wechselt, während die Anteile wenig wert sind, hält diesen Posten klein. Die Einzelheiten stehen in der Weg aus Deutschland.
Die ehrliche Zusammenfassung
Bleibt dein Publikum überwiegend deutschsprachig und dein Gewinn moderat, spricht viel für Berlin. Wachsen dagegen Einnahmen aus mehreren Ländern, Lizenzen und Markendeals, arbeitet die niederländische Struktur spürbar für dich. Die Rechnung dazu steht in weniger Steuern zahlen.