Bulgarien: 15% kombiniert, und der Engpass heißt Bankkonto

Zehn Prozent Körperschaftsteuer plus fünf Prozent auf Dividenden ergeben die günstigste legale Strecke vom Unternehmensgewinn in die Privattasche innerhalb der EU, seit 2026 in Euro. Der Preis steht außerhalb der Steuertabelle: internationale Banken sind kaum vertreten, Prüfungen sind langwierig und dokumentenintensiv, und das Konto gilt als der eigentliche Engpass. Eine Gesellschaft, die besteht und schwer bankt, steht still.

Zypern: nach der Erhöhung eine Wohnsitzentscheidung

Zypern hob den Satz 2026 von 12,5% auf 15% an — vier Punkte unter den niederländischen 19%, bei €100.000 Gewinn also €4.000 im Jahr. Was bleibt, ist die Non-Dom-Regelung: wer tatsächlich dorthin zieht und die Voraussetzungen erfüllt, erhält Dividenden für siebzehn Jahre frei vom örtlichen Verteidigungsbeitrag. Für Gesellschafter, die in Deutschland wohnen bleiben, kaufen die vier Punkte vor allem eines: zwei bis sechs Wochen Kontoeröffnung mit persönlicher Identitätsprüfung und verschärfte Prüfungen entlang der Kette.

Malta: 5% effektiv, über einen Erstattungskreislauf

Die maltesische Gesellschaft zahlt 35% und der im Ausland ansässige Gesellschafter fordert den Großteil zurück — typischerweise sechs Siebtel —, womit effektiv rund 5% verbleiben. Das Verfahren ist etabliert und legal, baut aber einen dauerhaften Liquiditätskreislauf ein: erst zahlen, dann zurückfordern. Nach Jahren verschärfter Geldwäscheaufsicht (englisch anti-money laundering, AML) gehen maltesische Banken entsprechend vorsichtig vor, und jede Bank, jeder Zahlungsdienstleister und jeder Käufer stellt dieselbe Frage: warum 35% und dann Erstattung?

Die Zahlen nebeneinander

BulgarienZypernMaltaNiederlande
Körperschaftsteuer10%15%35%19% bis €200.000
Effektiv für Gesellschafter15% kombiniert15% plus Wohnsitzfrage±5% nach Erstattung19% je Gesellschaft
Dividende an EU-Mutter0%0%0%0%
Verkauf über die HoldingsteuerpflichtigBefreiung möglichBefreiung mit Bedingungen0% (Beteiligungsfreistellung)
Kontoeröffnungder bekannte Engpass2–6 Wochen, persönlichvorsichtig nach AML-JahrenRoutine

Der deutsche Zusatz, der oft entscheidet

Für einen in Deutschland ansässigen Gesellschafter gehören zwei Regeln in jede dieser Rechnungen. Die Hinzurechnungsbesteuerung rechnet passive Einkünfte einer beherrschten Gesellschaft in einem Niedrigsteuerland dem deutschen Gesellschafter unmittelbar zu — womit die Ersparnis in Deutschland wieder anfällt. Und die Wegzugsbesteuerung greift, sobald der Wohnsitzwechsel Teil des Plans ist. Der niederländische Satz von 19% liegt oberhalb der maßgeblichen Niedrigsteuergrenze, was die BV (besloten vennootschap, die Entsprechung zur deutschen GmbH) mit echter operativer Tätigkeit regelmäßig außerhalb dieses Mechanismus hält — ein Vorteil, der außerhalb jeder Satztabelle liegt und im Ergebnis oft größer ist als die Satzdifferenz selbst.

Die Entscheidung

Bulgarien gewinnt, wenn die 15% die ganze Strategie sind: jährlich ausschütten, örtlich banken, an Kunden verkaufen, die den Preis lesen statt den Briefkopf. Zypern gewinnt bei tatsächlichem Umzug. Malta gewinnt bei Strukturen mit Beratern im Dauermandat und Gegenübern, die die Insel kennen. Die Niederlande gewinnen, sobald die Gesellschaft ein Vehikel für etwas Größeres ist — europäische Kunden, Finanzierung, mehrere Beteiligungen, ein Verkauf. Der Aufbau steht in Holdingstruktur Niederlande, die geprüften Sätze in der Rangliste 2026.